Ein Unternehmen außerhalb des Marktes kaufen: Vorteile, Risiken und Best Practices

Der Erwerb eines Off-Market-Unternehmens ist eine Strategie, die oft von Investoren oder Führungskräften bevorzugt wird, die durch externes Wachstum expandieren möchten. Doch was genau versteht man unter „Off-Market“ und welche Vor- und Nachteile hat diese Art von Transaktion?

Was ist ein Off-Market-Unternehmen?

Ein Off-Market-Unternehmen ist ein Unternehmen, das ohne die Einschaltung eines offiziellen Vermittlers oder einer Investmentbank verkauft wird. Im Gegensatz zu einer vermittelten Transaktion, bei der der Verkäufer von einem Investmentbanker begleitet wird, um den Prozess zu strukturieren, Käufer zu identifizieren und die Bewertung zu sichern, erfolgt der Off-Market-Kauf direkt zwischen Verkäufer und Käufer. Die Gründe, warum ein Verkäufer diesen Ansatz wählen kann, sind vielfältig:

  • Die Kosten für die Honorare eines Investmentbankers vermeiden
  • Eine direkte Beziehung zu einem bekannten Käufer bevorzugen
  • Auf eine proaktive Ansprache eines interessierten Käufers ohne formalisiertes Veräußerungsprojekt reagieren

Vermitteltes vs. Off-Market-Angebot: Was der Käufer wissen sollte

Für einen Käufer bedeutet der Erhalt eines vermittelten Angebots oft, mit einem Unternehmen zusammenzuarbeiten, das ernsthaft zum Verkauf steht, strukturiert ist und von einem Fachmann begleitet wird. Die Vorteile umfassen:

  • Klarer und strukturierter Prozess mit Zeitplan, wichtigen Terminen und vorbereiteten Finanzdokumenten
  • Erleichterter Zugang zu wichtigen Informationen (strukturierter Datenraum)

Die Nachteile können jedoch umfassen:

  • Wettbewerb mit anderen Käufern
  • Druck auf die Bewertung und den Zeitpunkt des Angebots
  • Weniger direkte Beziehung zum Verkäufer

Im Gegensatz dazu ermöglicht ein Off-Market-Kauf dem Käufer:

  • Eine direkte Beziehung zum Verkäufer
  • Einen flexibleren und anpassungsfähigeren Zeitplan
  • Die Möglichkeit, ohne den Einfluss eines Beraters zu verhandeln, der die Interessen des Verkäufers vertritt

Proaktive und passive Ansätze zur Identifizierung von Zielunternehmen

Für Off-Market-Akquisitionen gibt es zwei Hauptstrategien für den Käufer:

  1. Passiver oder opportunistischer Ansatz : Erhalt von Unterlagen über das eigene Netzwerk, von Investmentbanken, Anwälten, Wirtschaftsprüfern oder Berufsverbänden. Dies ermöglicht einen schnellen Zugang zu bereits zum Verkauf stehenden Unternehmen, doch betreffen diese Dossiers oft Branchen, in denen der Käufer bereits bekannt ist.
  2. Proaktiver Ansatz : Direkte Identifizierung und Kontaktaufnahme mit Unternehmen, die der externen Wachstumsstrategie entsprechen, um das Portfolio zu diversifizieren, eine neue Technologie zu erwerben oder einen neuen Service zu schaffen. Der Hauptnachteil ist das Risiko, auf wenig motivierte Unternehmen zu treffen, was den Prozess verlangsamen kann.

Unternehmen kennen, die zum Verkauf stehen, ohne zuerst die eigene Identität preisgeben zu müssen.

Der Vorteil der Zusammenarbeit mit einer Investmentbank bei Akquisitionen

Eine auf Akquisitionen spezialisierte Buy-Side-Investmentbank kann ein wertvoller Partner sein:

  • Zeitersparnis durch Vorauswahl und Anreicherung von Informationen über Zielunternehmen
  • Anonymer Ansatz zur Identifizierung von Unternehmen, die zum Verkauf stehen, ohne die eigene Identität preiszugeben. Dieser Ansatz kann besonders effektiv für Käufer sein, die spezifische Unternehmen, Lieferanten oder strategische Partner ansprechen möchten, ohne die Beziehung zu schädigen, falls das Unternehmen nicht zum Verkauf steht.
  • Zugang zu Marktstatistiken und -kennzahlen, die es ermöglichen, Unternehmen zu analysieren und Ergebnisse zu antizipieren

Fazit

Die Off-Market-Akquisition bietet einen flexiblen und strategischen Rahmen für Käufer, die Folgendes wünschen:

  • Ihre Geschäftstätigkeit in spezifischen Segmenten ausbauen
  • Direkte Beziehungen zum Verkäufer aufbauen
  • Timing und Verhandlung optimieren

Im Allgemeinen ist die Off-Market-Akquisition immer von Vorteil. Die Wahl zwischen einem passiven Ansatz des Dossiererhalts oder einem proaktiven Ansatz mit der Identifizierung neuer Ziele richtet sich dann nach:

  • Die Anzahl der erhaltenen Dossiers
  • Die Eignung der erhaltenen Dossiers für die Entwicklungsstrategie
  • Die Bedeutung des externen Wachstums für die Unternehmensentwicklung.